Wer sind die Brambrillas

WIR SCHREIBEN KINDERGESCHICHTEN UND DENKEN UNS IMMER WIEDER ETWAS NEUES AUS. WIR ZEICHNEN UND FOTOGRAFIEREN. MAL ZUSAMMEN, MAL JEDE FÜR SICH. BASTELN, FILOSOFIEREN UND KOCHEN TUN WIR AUCH GERNE. WIR MÖGEN TIERE UND DAS MEER. DIE NATUR LIEGT UNS AM HERZEN UND DIE FREUDE DARAN WOLLEN WIR MIT EUCH TEILEN.

25. Februar 2015

Bald hoppelt der Osterhase wieder...


Schon bald zeigt der Osterhase 
seine rosa Nase. 
Klaut den Hühnern die Eier 
oder kauft sie auf dem 
Biohof der Familie Meier.
Dann rein mit dem Pinsel 
in den Farbentopf, 
jedes Ei bekommt 
einen lustigen Schopf. 
Und im Garten gut versteckt, 
ihr Kinder sie dann schnell entdeckt.




14. Februar 2015

Wurmo wurmt etwas

Zum Tag des Regenwurms gibt's die Geschichte von Wurmo.
Habt ihr gewusst, dass der Regenwurm beim Graben das 50-fache seines Körpergewichts zur Seite schiebt? 400 - 500 Stück leben auf einem Quadratmeter und sorgen für die perfekte Bodendurchlüftung. Ganz schön stark, oder?! 




"Ohjehminemine!", seufzt Wurmo niedergeschlagen, als er in der Regenpfütze sein Spiegelbild sieht.
"Braun, schrumplig und glitschig. Schön geht anders. Ohjehminemine!", mault Wurmo, der Regenwurm noch lauter auf und schaut neidisch zum schönen Buntspecht, der auf einer Astgabel über ihm sein schönes Gefieder putzt. Mehrere seiner bunten Federn fallen dabei zu Boden direkt vor Wurmos Nase. Und Wurmo hat eine Idee. Er sammelt die Federn ein und klebt sie sich mit etwas Baumharz an seinen so hässlichen Körper.
"Schon besser, aber noch nicht perfekt", denkt Wurmo und lächelt.
Jede Feder, die Wurmo auf seinem Weg findet und die ihm gefällt, klebt er sich nun am ganzen Körper auf. Eine regenbogenschillernde Elsterfeder, eine leuchtend weisse Schwanenfeder, die prächtige Feder eines Mäusebussards. Besonders stolz ist er auf die nachthimmelblaue Pfauenfeder, die er gestern am Wegrand gefunden hat. Wurmo sucht, findet und klebt auf, bis er keinen Platz mehr auf seinem Körper hat, um die klitzekleinste Kolibrifeder aufzukleben. Sein neues Federkleid ist nicht gerade kriechfreundlich. Ausserdem kann Wurmo seit Wochen nicht mehr in der Erde wühlen, wie er es so gerne tut. Aber für sein neues Aussehen nimmt er das gerne in Kauf, auch wenn er schon ganz dünn geworden ist und sein Magen laut rumpelt vor lauter Hunger. Müde und geschwächt bleibt Wurmo kurz stehen und bewundert im Seerosenteich sein Gefieder, als er ein zuerst leises und dann immer lauter werdendes Lachen hört. Wurmo blickt um sich und entdeckt die Nacktschnecke, die sich vor Lachen den nackten Bauch hält. 
"Was ist denn mit dir passiert, Wurmo?! Karneval ist doch schon längst vorbei", sagt die Nacktschnecke amüsiert und lacht sich schlapp.
"Halt die Klappe! Hast du dich mal angeschaut, du hässlicher Schleimkriecher!", antwortet Wurmo beleidigt.
"Mag schon stimmen. Aber lieber bin ich eine schlabbrige Nacktschnecke, als ein armes, unfreundliches Würmchen, dass keinen Spass mehr versteht!", antwortet die Nacktschnecke gekränkt und macht sich so schnell es geht aus dem Staub.
"Ohjehminemine, ganz unrecht hat sie nicht!", murmelt Wurmo und betrachtet sein Spiegelbild. 
"Ich bin wirklich ein armes Würmchen geworden!" 
Wurmo fasst einen tapferen Entschluss und rollt so lange in einer kleinen Wasserpfütze hin und her bis sich all seine Federn wieder abgelöst haben. Wehmütig blickt Wurmo zum Himmel und träumt von seinem Gemüsegarten, in dem er so gerne die Erde durchwühlt. Doch die Federnsuche hat Wurmo ganz weit weg von seinem Zuhause geführt und jetzt ist er zu schwach, um den ganzen Weg zurückzukriechen. Die Mittagssonne brennt kochendheiss auf Wurmo herab. Er müsste sich unter einem Blatt in Sicherheit bringen oder sich in die Erde graben, um nicht auszutrocknen. Doch Wurmo ist zu schwach. Traurig schliesst er die Augen. Wurmo hat sich schon aufgegeben, als ihn jemand vom Boden hebt und vorsichtig auf ein feuchtes Blatt legt.
"Hoffentlich kein Fischer!", denkt Wurmo verzweifelt.
"Was für ein schönes Würmchen", hört Wurmo stattdessen eine freundliche Mädchenstimme sagen.
"Genau so einen wie dich kann ich in meinem Blumenbeet gebrauchen", freut sich das Mädchen und träufelt etwas Wasser auf Wurmo, der dankbar die Augen öffnet.
Das Blumenbeet seiner neuen Freundin ist nun sein Zuhause und von hier will er für kein Federkleid der Welt wieder weg. Wurmo geniesst sein zweites Leben, lockert die Erde auf und gräbt unterirdische Gänge wie kein zweiter in der Gegend. Sein Blumenbett ist das schönste weit und breit. Wann immer es die Zeit zulässt, hält Wurmo kurz inne und blickt zufrieden auf seine Arbeit. Blumen in den schönsten Farben leuchten ihm entgegen und winken ihm dankbar für seine wichtige Arbeit zu.
"Ich mag zwar nicht der schönste Wurm sein, aber ein armes Würmchen bin ich ganz bestimmt nicht mehr!", denkt Wurmo und gräbt sich freudig wieder in die Erde ein.

© Brambrilla / Isabella und Daniela Cianciarulo

12. Februar 2015

Eine tierische Liebesgeschichte zum Valentinstag

Kuh Elsa sucht nach dem Sinn des Lebens


Kuh Elsa war schön, aussergewöhnlich schön sogar. Ihr braun-weiss geflecktes Kuhfell glänzte gesund und samtig, ihre Augen funkelten moosgrün, und ihre Milch war die würzigste und sahnigste weit und breit. 
Sie hatte ein schönes und gemütliches Leben. Bauer Frederikson pflegte und verwöhnte sie mehr als all seine anderen Kühe, denn sie war seine Lieblingskuh. Eigentlich hätte die schöne Kuh Elsa zufrieden sein müssen mit ihrem Leben, doch das war sie nicht. Obwohl alle sie mochten, sie unbestritten die schönste und beliebteste Kuh war, wurde sie mit der Zeit immer grimmiger und unzufriedener und sogar ihre Milch schmeckte nicht mehr so gut wie sonst. 
Bauer Frederikson konnte einfach nicht verstehen, was mit seiner Lieblingskuh los war und machte sich grosse Sorgen. Nicht mal Tierarzt Erikson fand etwas Ungewöhnliches, weder in Elsas Magen noch sonst wo. 
Als sie eines Morgens lustlos an einem saftigen Grashalm kaute, stellte sich Elsa folgende Frage: „Das kann doch nicht alles sein im Leben einer Kuh? Gras kauen, Gras verdauen, muhen, Milch geben und dann wieder Gras kauen?“
Verärgert spuckte sie den Grashalm aus. 
„Das kann unmöglich der Sinn des Lebens sein!“, murmelte sie grimmig und schubste ein junges Kalb, das ihr beim Spielen zu nahe gekommen war, unfreundlich zur Seite.
Die anderen Kühe staunten nicht schlecht über Elsas ungewöhnliches Verhalten. 
„Was ist nur los mit Elsa?“, rätselten sie.
„So unfreundlich war sie doch noch nie?“, tuschelten sie weiter. 
Elsa scheuchte mit ihrem Schwanz gelangweilt eine lästige Fliege von ihrem schönen Hintern fort und dachte nicht im Traum daran, den anderen Tratschkühen zu erzählen, was sie bedrückte. 
„Ich muss zum schlauen Bullen Jansen. Er kann mir sicher sagen, weshalb ich auf dieser Erde bin und was der Sinn des Lebens ist“, muhte Elsa zuversichtlich und war plötzlich gar nicht mehr so unglücklich, denn jetzt wusste sie, was sie zu tun hatte. 
Alsbald machte sie sich auf den Weg zu Bulle Jansen, der am anderen Ende der Weide friedlich dösend die ersten warmen Sonnenstrahlen genoss. Als der alte Jansen die schöne Elsa kommen sah, richtete er sich sogleich aufgeregt in seiner immer noch stattlichen Grösse auf und grinste ihr etwas dümmlich entgegen. Denn obwohl Bulle Jansens Sicht nicht mehr ganz so gestochen scharf war, konnte er erkennen, dass Kuh Elsa wahrlich eine Schönheit war im Vergleich zu den Kühen, die er sonst zu Gesicht bekam. 
„Guten Morgen Bulle Jansen“, begrüsste ihn Elsa und schaute dem alten Bullen dabei tief in die Augen, so wie nur sie es konnte. 
„Äh, guten Morgen schöne Elsa“, stotterte Bulle Jansen und räusperte sich verlegen. 
„Was kann ich für dich tun?“, wollte er wissen und grinste breit. 
„Du bist bekanntlich schlau und hast schon so viel erlebt. Sag mir doch bitte, was der Sinn des Lebens ist“, bat Kuh Elsa, ohne lange um den heissen Brei zu reden. 
„Wie bitte?“, prustete der alte Jansen los. 
Verärgert blickte Elsa zum Bullen auf, der kaum aufhören konnte zu lachen. 
„Wie um Himmels willen soll ich wissen, was der Sinn des Lebens ist?“, brachte er mühsam hervor, als er sich wieder etwas beruhigt hatte. 
Enttäuscht schaute Elsa ihn an. 
„Kennst du denn wenigstens jemanden, der mir meine Frage beantworten könnte?“, fragte Elsa beharrlich. 
Bulle Jansen schüttelte amüsiert den Kopf und schaute in den Himmel. 
„Gott könntest du fragen“, antwortete er spasseshalber. 
„Und wo finde ich den?“, fragte die schönste aller Kühe etwas ungeduldig. 
Bulle Jansen lachte wieder los. 
„Na da oben, im Himmel findest du ihn“, sagte er und hielt sich den vom vielen Lachen schmerzenden Bauch. 
„Und wie komme ich von hier nach da?“, fragte Kuh Elsa unbeirrt weiter. 
Bulle Jansen hörte auf zu lachen und schaute Elsa ernst an. 
„Schöne Elsa, in den Himmel kommen nur die ganz braven und lieben Kühe“, erwiderte Jansen und versuchte nicht erneut zu lachen. 
„Dann kann ich das mit Gott und dem Himmel vergessen“, sagte Elsa enttäuscht, liess Bulle Jansen stehen und trottet traurig davon. 
„Elsa, warte mal!“, rief ihr der Bulle etwas schuldbewusst nach. 
Elsa blieb stehen und schaute missmutig zurück. 
„Was ist? Du kannst mir nicht helfen und Gott auch nicht!“, grummelte Elsa mürrisch. 
„Entschuldige, dass ich mich lustig über dich gemacht habe, Elsa, aber es war einfach zu verlockend“, entschuldigte sich der Bulle und lächelte Elsa so nett an, dass sie ihm augenblicklich verzieh und ebenfalls lächeln musste. 
Alles konnte man von Elsa behaupten, aber nicht, dass sie nachtragend war. 
„Du willst also wissen, was der Sinn des Lebens ist?“, sagte Bulle Jansen. 
Elsa nickte. 
Bulle Jansen näherte sich Elsa und sprach mit Blick auf die restlichen Kühe so leise, dass nur Elsa ihn hören konnte. 
„Ich kann dir nur verraten, was der Sinn meines Lebens ist“, verriet er und schaute Elsa vielsagend an. 
Elsa blickte ihn erstaunt an. 
„Was? Du willst behaupten, es gibt nicht nur einen Sinn des Lebens, sondern mehrere?“, flüsterte Elsa nun völlig verwirrt. 
Bulle Jansen nickte. 
„Für manche Kühe ist der Sinn des Lebens, das schönste Fell zu haben, die beste Milch zu geben, das prächtigste Kalb auf die Welt zu setzen oder einfach nur Gras zu fressen“, erklärte Bulle Jansen.
„Herrjemine! Das macht ja alles noch komplizierter. Wie soll ich denn da noch den richtigen finden?“, murmelte sie nachdenklich. 
Sie hatte doch schon das schönste Fell, gab die beste Milch und trotzdem hatte sie nicht das Gefühl, den Sinn ihres Lebens gefunden zu haben. Die Schönste und Tüchtigste zu sein, war für Elsa nicht genug.
„Und? Willst du nicht wissen, was der Sinn meines Lebens ist?“, fragte Bulle Jansen und grinste schelmisch. 
„Das interessiert mich herzlich wenig. Ich muss ja meinen finden!“, antwortete Elsa frech und liess den armen Bullen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stehen. 
Elsa überlegte und überlegte. Wen konnte sie denn bloss fragen? Wer konnte wissen, wie und wo sie ihren ganz eigenen Sinn des Lebens finden konnte? 
Nachdenklich blieb sie stehen und war so in Gedanken versunken, dass sie den kleinen Jungen erst nach einer Weile bemerkte. Mutterseelenallein sass er mitten im Gras und weinte herzergreifend vor sich hin. Kuh Elsa blickte auf und trottete träge zum Jungen hin. 
„Weshalb weinst du?“, fragte sie etwas mürrisch, da sie lieber über ihr eigenes Problem nachgedacht hätte. 
„Ich hab mich verlaufen“, antwortete der Kleine schluchzend. 
„Du hast dich nicht verlaufen, Dummkopf! Du bist doch Bauer Frederiksons Sohn, oder?“, fragte Elsa eine Spur zu wirsch. 
Der Junge nickte schniefend. 
„Na siehst du? Ich bin Frederiksons Lieblingskuh Elsa, also ist das Frederiksons Kleefeld. Das heisst, du hast dich nicht verlaufen. Steig auf meinen Rücken. Ich bring dich nach Hause“, sagte Kuh Elsa schlecht gelaunt und legte sich ins Gras, damit der kleine Junge besser auf ihren Rücken klettern konnte. 
Schnell stieg Bauer Frederiksons Sohn auf Kuh Elsas schönen Rücken und lächelte erleichtert. 
„Du weisst nicht zufällig, was der Sinn des Lebens ist?“, fragte Elsa den kleinen Jungen, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. 
„Papa, Mama!“, schrie der Kleine plötzlich aufgebracht und streckte seine Arme nach Bauer Frederikson und dessen Frau aus, die mit besorgten Gesichtern auf Elsa zueilten. 
„Wo hast du nur gesteckt, Jonas? Wir haben uns solche Sorgen gemacht!“, rief Bauer Frederikson, hob behutsam den Jungen von Kuh Elsas Rücken und drückte ihn fest an sich, während Elsa die wieder vereinte Familie interessiert beobachtete. Ob vielleicht das der Sinn des Lebens war? 
Traurig darüber, keine Antwort auf ihre Frage gefunden zu haben, trottete sie am Abend in ihren Stall und legte sich zum Schlafen hin. Doch sie konnte keine Ruhe finden. Was, wenn sie nie herausfinden würde, was der Sinn ihres Lebens war? Was, wenn sie einfach bis an ihr Lebensende Gras kauen, Gras verdauen, muhen, Milch geben und dann wieder Gras kauen müsste wie bisher? 
Die Stalltür ging knarrend auf und Bauer Frederikson kam mit einem strahlenden Lächeln in den Stall, um Elsa gute Nacht zu wünschen. Liebevoll kraulte er Elsa zwischen den Hörnern. 
„Meine schöne Elsa! Morgen habe ich eine grosse Überraschung für dich. Als Belohnung für den heutigen Tag“, sagte er fröhlich und verliess den Stall leise vor sich hin pfeifend. 
„Eine Überraschung? Was soll ich denn mit einer Überraschung?“, dachte Elsa und schlief nach einer Weile ein. 
Und in dieser Nacht träumte sie nicht wie üblich von sonnigen Tagen auf der Weide, nicht von Bauer Frederiksons saftigem Klee. Nein, in dieser Nacht träumte sie vom Sinn des Lebens. Nur blöd, dass sich Kuh Elsa am nächsten Morgen, als sie aufwachte, überhaupt nicht mehr an den Traum erinnern konnte. Sie konnte sich anstrengen so viel sie wollte, alles war wie weggepustet. 
„Schade!“, dachte Kuh Elsa enttäuscht, liess den Kopf hängen und trat aus dem Stall. 
Es war ein wunderschöner Morgen, kleine Wattebauschwolken zogen am Himmel vorbei, die Vögel zwitscherten fröhlich auf den Obstbäumen. Meret, die Hofkatze, strich ihr schnurrend um die Hufe. Aber nichts von dem konnte Elsa aufheitern. Sie hörte Bauer Frederiksons Schritte näher kommen und blickte traurig auf. Und da erblickte sie den Sinn ihres Lebens. Direkt vor ihrer Nase, neben Bauer Frederikson stand er und starrte sie aus schokobraunen grossen Augen an. Auf einmal flatterten tausend Schmetterlinge in Elsas Magen herum und kitzelten sie von innen her mit ihren federleichten Flügeln. 
Auf wackeligen Beinen näherte sie sich dem Sinn ihres Lebens, der Leo hiess und die schönsten Bullenaugen der ganzen Welt hatte. 
„Na, wie gefällt dir die Überraschung, meine schöne Elsa?“, fragte Bauer Frederikson gut gelaunt. Elsa muhte überglücklich und trottete gemeinsam mit Leo zur saftigen Kleewiese.

© Brambrilla / Isabella und Daniela Cianciarulo

10. Februar 2015

Spitze die Ohren


Spitze die Ohren, ein Tag ging verloren. 
War's ein Versehen, hast du ihn gesehen? 
Wie schön er doch war: die Sonne im Haar, 
die Wärme im Herzen, gar keine Schmerzen, 
kein Hunger, kein Durst, die leckere Wurst. 
Drum achte aufs Glück, aufs klitzekleinste Stück. 
Horch genau hin, sei mittendrin. 
Dort singt ein Vogel, dort rennt ein Hund. 
Es kann alles geschehen zu jeder Stund! 

26. Januar 2015

Hirntraining

Ihr Lieben
Heute gibt's ein Memoryspiel mit schrulligen Tierchen, die wir gezeichnet haben. Ihr könnt die Vorlage auf dickerem Papier ausdrucken und ausmalen. Dann nur noch den Linien entlang ausschneiden und schon könnt ihr euer Erinnerungsvermögen trainieren. Es muss ja nicht immer ein Hightech-Zeitvertreib sein;-)





19. Januar 2015

Wolke geht auf Reisen


Wolke geht auf Reisen


“Kirikiki!”, kräht der alte Hahn heiser seinen letzten Schrei, weckt Wolke und fällt vom Blitz getroffen direkt in den Suppentopf.
“Es war einmal. So schnell kann‘s gehen. Einmal kiri, einmal kiki und dann ist Schluss!”, murmelt Wolke und dreht ihre Runde über dem Dorf.
“Muh! Mäh! Miau! Wuff!”, wird sie von all ihren Freunden begrüsst. Doch Wolke ist betrübt. Nur träumen von der weiten Welt ist ihr heute nicht mehr genug.
“Auch Wolken schlägt einmal die letzte Stunde. Ich hab noch nichts gesehen. Kenn nur den einen Fleck! Ich will reisen um die Welt. Was denkst du?”, fragt Wolke ihren Freund den Wind um Rat.
“Geh wohin's dich zieht und grüss mir Nord und Süd, Ost und West”, rät der Wind, dreht sich im Kreis und braust davon als Wirbelwind.
“Pustekuchen, du hast Recht! Ich lass mich ziehen, ich lass mich treiben. Wie spannend ist es wohl nur eine Tür weiter?”
Und es vergeht eine Stunde, ein Monat und ein Jahr. Wolke reist mal allein, mal mit dem Sturm. Reist einmal rechts um die Welt und einmal links um die Welt herum, besucht die Sonne, den Mond und die Sterne.
Sie begleitet die Kamele der Karawane durch die Wüste, spendet Schatten und kriegt vor lauter Sonne selbst einen Sonnenbrand.
Sie donnert über die Ozeane, schwimmt mit Seepferdchen um die Wette, lässt sich von Delfinen ziehen, von Haien jagen und von den Wellen schaukeln.
Sie besteigt Giraffenhälse, bestaunt die sieben Weltwunder, trifft ihre Verwandten in Asien, Amerika und Australien. 
“Die Erde ist ein wunderbarer Platz!”, denkt Wolke. “So viel zu sehen, die Reise könnte ewig weitergehen.” 
Doch dann weiss Wolke nicht, was ihr geschieht. Ihr fehlt das Muh, das Mäh, das Miau, das Wuff. 
“Ich hab Heimweh!”, denkt Wolke traurig. Und Wolke kann nicht anders und weint dicke Regentropfen. 
Und es vergeht eine Stunde, ein Monat und ein Jahr bis alle patschnass klagen: “Schluss mit Trübsal blasen! Tu, was Wolken tun und zieh endlich weiter!”
Und Wolke hat Glück. Ihr Freund, der Wind, kommt ihr wirbelnd entgegen.
“Wind ich will nach Hause zurück”, klagt Wolke.
“Lässt sich machen!” antwortete der Wind und bläst Wolke flott über die Kontinente hinweg bis vor ihre Haustür.
“Kirikiki!”, schreit der neue Hahn am nächsten Morgen, weckt Wolke und kuschelt sich an eine hübsche Henne.
“Es war einmal. So schnell kann’s gehen. Einmal kiri, einmal kiki und ich bin wieder zu Hause”, murmelt Wolke und dreht ihre Runde über dem Dorf.
“Muh! Mäh! Miau! Wuff!”, wird sie von all ihren Freunden begrüsst. Und Wolke ist glücklich. Und es vergeht eine Stunde, ein Monat und ein Jahr bis alle Geschichten erzählt sind.

© Brambrilla / Isabella und Daniela Cianciarulo

13. Januar 2015

Meine Katze ist ein lustiger Vogel

Meine Katze ist ein lustiger Vogel. 
Wenn es regnet, sind die Flecken auf ihrem weissen Fell schwarz wie Kohle. Wenn die Sonne scheint, sind sie braun wie Schokolade. Und wenn es schneit, sind sie ein bisschen schwarz und ein bisschen braun wie Walderde. 



Bei Mondschein leuchten ihre Augen auf, als wären da Taschenlampen drin. Dann sieht sie aus wie ein kleines Gespenst. 
Wenn sie sich auf die Hinterbeine stellt, gleicht sie einem Erdmännchen. 
Wenn die Sonne durch ihre rosa Ohren scheint, muss ich an ein Schweinchen denken. 
Und wenn sie müde ist, dann werden ihre Augen zu kleinen Schlitzen. Dann sieht sie aus wie ein alter Chinese mit Schnauzbart. 
Meine Katze kann das linke Ohr nach rechts und das rechte Ohr nach links drehen und gleichzeitig mit dem Schwanz ein Fragezeichen formen. Das soll ihr einer mal nachmachen.
Ihre Zunge ist so rau wie Schleifpapier. Damit bürstet und wäscht sie sich. Sie ist immer sauber, auch ohne Seife.
Sie schnurrt wie ein Traktor, wenn sie zufrieden ist. Das ist sie fast immer. Beim Essen, beim Dösen an der Sonne, wenn die Regentropfen an der Fensterscheibe kleine Flüsse bilden und sie ihnen stundenlang zusehen kann. Und ganz besonders, wenn ich sie streichle.
Meine Katze knurrt wie ein Hund, wenn es ihr nicht passt. Dem Rasenmäher oder dem Staubsauger zeigt sie ihre spitzen Zähne. Den Duft von Zitronen oder Essig mag sie überhaupt nicht, dann faucht sie wie ein Tiger. 
Sie mag Pinienkerne, Erbsen oder Tofu, aber am liebsten Fisch. 
Ich mag ihre Pfoten. Sie riechen nach Popcorn und machen gute Laune. Eigentlich mag ich alles an ihr. Sie bringt mich zum Lachen, auch wenn sie gar nichts tut. 
Sie träumt wie ich. Ob ich auch so lustige Bewegungen mache, wenn ich träume?
Meine Katze kann sich ganz klein machen wie ein Blumenkohlwölkchen oder ganz lang wie ein Akkordeon. 
Wenn sie müde ist, dann schläft sie so lange, bis sie nicht mehr müde ist. Dann will sie spielen und jagt im Kreis ihrem Schwanz nach, als wäre das gar nicht ihr Schwanz. Oder sie wackelt mit dem Hintern und rennt einem Papierknäuelchen hinterher. Sie versteckt sich in Einkaufstüten, unter dem Teppich, rollt sich in meiner Jacke ein, und ich muss sie suchen, bis ich ganz ausser Atem bin.
Meine Katze mag mich so wie ich bin, dick, dünn, gross oder klein, reich oder arm. 
Sie versteht alle Sprachen und antwortet selbst nur mit "Miau".
Meine Katze ist ein lustiger Vogel, und ohne sie wäre meine Welt nur halb so lustig.

© Brambrilla / Daniela und Isabella Cianciarulo




5. Januar 2015

Eine Geschichte zum Dreikönigstag




Die Anderen
Aus einer Stadt auf einem anderen Kontinent, da kommt Kofi her. Er sieht nicht aus wie die Anderen, die hier zu Hause sind, und das sagen sie ihm auch ständig.
Wenn Kofi mit den Anderen spielen will sagen sie: “Geh weg, du bist nicht wie wir! Du bist anders! Du gehörst nicht zu uns!”
Also reibt sich Kofi mit Mehl ein, damit er weiss ist wie die Anderen, doch der Regen bringt mit jedem Tropfen seine dunkle Haut wieder zum Vorschein.
Er bringt süssen Keksbrei mit in die Schule. Doch keiner mag probieren.
Kofi kann tun, was er will. Es nützt alles nichts. Er ist und bleibt nun mal für die Anderen anders.
Betrübt sitzt Kofi nach der Schule zu Hause, als es an der Tür klopft.
“Sajonara, ich bin Yoshi”, grüsst ihn ein fremder Junge. Seine Augen sind mandelförmig, das Haar pechschwarz. 
“Ich wohne da”, stellt Yoshi sich vor und zeigt auf ein Haus auf der anderen Seite der Strasse.
“Wollen wir zusammen spielen?”, fragt er freundlich.
Kofi starrt den fremden Jungen an. 
“Ich will nicht mit dir spielen. Du bist anders als die Anderen”, antwortet Kofi.
“Na, und? Das bist du doch auch”, sagt Yoshi.
Kofi schüttelt den Kopf. 
“Mit dir spiele ich nicht”, sagt er stur und lässt Yoshi draussen stehen. 
Doch kaum hat Kofi die Tür zugemacht, wird ihm etwas klar. Er reisst die Tür wieder auf und rennt Yoshi nach.
“Du bist anders als ich und zusammen sind wir ganz anders als die Anderen und damit genau gleich. Wenn du immer noch willst, würde ich gerne mit dir spielen.”

Yoshi will und so spielen, reden und lernen Kofi und Yoshi beim Spielen mehr über das jeweilige Land, aus dem sie und ihre Eltern kommen.
Kofi zeigt Yoshi wie man süssen Keksbrei mit Zimt macht und Yoshi zeigt ihm wie man japanische Reisbällchen mit Bohnenpaste macht.

Eines Tages klopft es erneut an Kofis Tür. Er und sein Freund Yoshi machen neugierig auf.
“Hallo, ich bin Anika”, grüsst sie ein blondes Mädchen mit Sommersprossen, das aussieht wie die Anderen. Aber irgendwie anders ist sie doch, denn sie kann nicht laufen und sitzt auf einem Rollstuhl. 
“Ich wohne dort”, sagt sie und zeigt auf Yoshis Nachbarhaus. 
“Wollen wir zusammen einen Dreikönigskuchen backen?”, fragt sie lächelnd.
Kofi und Yoshi überlegen kurz.
"Was ist das für ein Kuchen? Da, wo wir herkommen, backen wir andere Kuchen."
"Meine Mutter versteckt eine kleine Königsfigur im Kuchen. Wenn ihr das Stück mit dem Glücksbringer findet, seid ihr König für einen Tag und könnt euch wünschen, was wir unternehmen sollen."
Das hört sich für Kofi und Yoshi nach einem schönen Abenteuer an. 
Kofi bestreut seinen Dreikönigskuchen mit Zimt. Yoshi füllt seinen Hefeteig mit süsser Bohnenpaste und Anika bestreuselt ihren Kuchen mit Mandelplättchen und Zuckerhagel. 
Jeder probiert von jedem Kuchen. Und alle drei haben Glück! Kofi, Yoshi und Anika verbringen einen tollen Dreikönigstag. Jeder anders als der andere, aber zusammen eine Welt für sich. 
Wenn es an deiner Tür klopft, mach auf. Wer weiss, was für einen tollen neuen Freund du findest. 


© Brambrilla/Isabella und Daniela Cianciarulo 2015



29. Dezember 2014

Neujahreselfchen



Fröhlich
die Freunde
sie feiern laut
die Feuerwerksraketen knallen bunt
Täräääh!!!

Zum Jahresende gibt's ein Neujahreselfchen von uns. Ein Elfchen ist ein Gedicht in einer lustigen Form. Auf 5 Zeilen verteilst du 11 Wörter. 
In die 1. Zeile schreibst du 1 Wort (eine Farbe oder eine Eigenschaft).
In die 2. Zeile 2 Wörter (einen Gegenstand oder eine Person mit dem Artikel).
In die 3. Zeile 3 Wörter (wo und wie ist der Gegenstand oder was macht die Person).
In die 4. Zeile 4 Wörter (etwas über dich selbst oder einen Zustand).
In die 5. Zeile 1 Wort (Abschluss des Gedichts).
Du kannst aber auch die Anzahl der Wörter pro Zeile beibehalten und ganz frei die Wörter wählen. So kommen Gedichte dabei raus wie:

Spritzig
der Schnee
die Tannenzweige bibbern 
nach Hause schnell jetzt
Eiszapfenfüsse

Wenn ihr mögt, könnt ihr uns gerne eure Elfchen schicken. Unter den Einsendungen verlosen wir eines unserer Kinderbücher. Also ran an die Stifte! 

Wir wünschen euch ein knallbuntes 2015!

23. Dezember 2014

Weihnächtliche Zauberscheibe

Schneide die Vorlagen den Scheiben entlang aus, klappe und klebe sie zusammen. 
Mache ca. 5 mm vom äusseren Rand der Zauberscheibe ein Loch mit einem Papierlocher und befestige zwei Gummibänder. 










Zwirble die Gummibänder zwischen deinen Fingern und halte die Zauberscheibe in einem Abstand von ca. 25 cm vor deine Augen, und der Weihnachtszauber wirkt... 




Wir wünschen euch fröhliche Weihnachten und ein schönes Beisammensein mit euren Lieben!






13. Dezember 2014

Weihnachtsgrüsse


Zum 3. Advent gibt's von uns eine Zeichnung, die ihr ausdrucken und je nach gewähltem Druckformat als Brief oder Postkarte an eure Liebsten verschicken könnt. Von Hand geschriebene Grüsse sind und bleiben die schönsten! Ihr könnte das Bild natürlich auch als Anhängerkärtchen für Geschenke brauchen. 



28. November 2014

Es weihnachtet

Der Countdown läuft. Die Tage bis Weihnachten sind gezählt! 


Jetzt braucht's nur noch den passenden Adventskalender. Wir haben unseren Adventskalendertannenbaum aus leeren Klopapierrollen gebastelt. 
Dazu brauchst du: 
-24 Klopapierrollen
- Acrylfarbe und Pinsel
- Bastel- oder Geschenkpapier
- verlässlichen Bastelleim 
- Watte oder Füllwatte
- goldige Klebesterne
- wasserfester schwarzer Stift
- kleine Tannenzapfen und was dir sonst so gefällt, um den Kalender zu schmücken

Als erstes malst du die Klopapierrollen an: 4 werden braun, das wird der Stamm, die restlichen 20 malst du in deinem Lieblingsgrün an. Du kannst auch Bastel- oder lustiges Geschenkpapier nehmen und die Rollen damit bekleben. Ganz wie es dir gefällt. Wenn die Farbe trocken ist, den Baum in die richtige Form kleben. Du beginnst mit der Spitze und arbeitest dich nach unten vor. Zuoberst kommt 1 Rolle, in der zweiten Reihe folgen 2 Rollen, in der dritten Reihe 3 und so fort bis zur sechsten Reihe. 


Dann kommt der Baumstamm dran. 2 Reihen à 2 Rollen. Den Stamm an den Rest kleben und fertig. Nun den Kalender mit Tannenzapfen, kleinen Weihnachtskugeln oder Lametta schmücken, mit kleinen Geschenken füllen, die Watte in die Rollenöffnungen stopfen, um die Geschenk gut zu verstecken, die Sterne anschreiben, auf die Watte kleben und den Kalender aufstellen. Du kannst auch die Watte weglassen, dafür die Geschenke in farbiges Seidenpapier wickeln und die Rollen damit füllen. Du kannst auch die Form des Kalenders ändern und einen Schneemann oder ein Weihnachtshäuschen zusammenkleben. Wie es dir gefäll!

Wenn du Klopapierrollen übrig hast, kannst du noch einen Nikolaus, einen Engel oder ein Rentierchen basteln. 


Dazu die Rolle anmalen oder mit Papier bekleben. Die Gesichter aufmalen. Dem Nikolaus ein Mützchen aus Papier oder Stoff basteln. Unsere Vorlage dazu ausprinten und je nach Grösse deines Nikolaus' kleiner  oder grösser kopieren. 








Der Rest der Watte wird als Haarschmuck benutzt. Fürs Rentierchen die Ohren aus braunem Papier schneiden und ankleben. 2 kleine Äste werden als Geweih angeklebt.  

Die Engelsflügel bastelst du aus Papier, Federn oder Herbstblätter. Auch diese lustigen Weihnachtsgesellen lassen sich mit einem Geschenk, kleinen Keksen oder einem lustigen Adventsgedicht für deine Geschwister, Freunde oder Eltern füllen. 


Weitere vorweihnächtliche Bastelideen, Geschichten und Ausmalbilder folgen in Kürze. Also immer wieder mal reinschauen! 
Bis bald und schönen ersten Advent wünschen wir!





20. November 2014

Was für Tiere haben sich im Herbstlaub versteckt?

Es herbstelt langsam aber sicher. Die Blätter fallen von den Bäumen. Die Bären futtern sich noch ein Ränzchen an bevor sie sich für den Winterschlaf in ihre Höhlen zurückziehen. Die Igel suchen ein warmes Plätzchen zwischen den Herbstblättern. Was für andere Tiere entdeckt ihr noch auf unserem Ausmalbild?  


14. November 2014

Freitagsgedicht



Ein Käfer krabbelt 
über den schnarchenden Schäfer.
Das Schaf blökt mäh,
der Schäfer schreit wäh!
Du ekliges Insekt,
ich will doch keinen Infekt.
Doch hätt' er sich mal informiert,
so schliefe er ganz ungeniert.
Der Käfer will nichts Schlechtes,
im Gegenteil, er macht nur Rechtes,
denn jedes Krabbeltier
ist ein Lebewesen wie wir.

4. November 2014

Zoff am Himmel

Wir freuen uns über unseren 1. Platz beim Kindergeschichten-Wettbewerb von schreibszene.ch
Unsere Geschichte Zoff am Himmel wird zusammen mit den restlichen Wettbewerbsgeschichten in einem Sammelband kurz vor Weihnachten bei schreibszene.ch erscheinen und ihr könnt sie vorab schon auf unserem Blog lesen und mit den Fingerpuppen beleben. Viel Spass!


Begründung der Kinderjury: Das ist eine sehr kurzweilige, spannende und lustig geschriebene Geschichte. Es hat hier auch eine gute Moral darin: Nur zusammen schafft man etwas Besonderes, zum Beispiel: einen Regenbogen hervorzubringen. Und ausserdem ist der Titel auch spannend!

Zoff am Himmel

Das Regenbogenfest steht vor der Tür, und darauf freut sich das ganze Volk schon seit Wochen. Karl, der König, hat lange an seinem Festtagsgedicht herumgefeilt, um bei seiner Ansprache sein Volk damit zu beeindrucken. 
"Unsre Sonne schenkt uns Wonne, und der Regen bringt uns Segen. Doch nur, wenn beide sich vereinen, wird der Regenbogen für uns alle scheinen", trägt der König es seinem Kammerdiener nochmals vor.
"Wunderprächtig, Eure Hoheit. Das Volk wird begeistert sein!", antwortet der Kammerdiener.
"Da bin ich mir nicht so sicher", meint der König und blickt zum Himmel hoch.
Ob es morgen mit dem Regenbogen klappt, ist alles andere als gewiss. Seit Wochen haben sich weder Regen noch Sonne blicken lassen. Die beiden haben sich zerstritten und, obwohl Benno, der Baumelf, zwischen den beiden zu vermitteln versucht hat, haben sie sich offensichtlich für das anstehende Fest nicht versöhnt.
"Hallo Regen! Liebe Sonne! Wir brauchen euch beide! Wollt ihr euch bitte versöhnen? Es ist doch Regenbogenfesttag. Wenn ihr nicht mitmacht, betrübt ihr uns alle und es gibt nichts zu feiern!", ruft der König zum Himmel hinauf.
Doch es herrscht graues Wolkeneinerlei. Kein Regentröpfchen, nicht der kleinste Sonnenstrahl.
"Für jeden Tropfen und jeden Sonnenstrahl gebe ich euch morgen eine Goldmünze", versucht der König die beiden zu überzeugen.
Als sich weder der Regen noch die Sonne für kein Gold der Welt zeigen, herrscht der König beide an: "Ich befehle euch, auf mein Geheiss hin, zu erscheinen!"
Wieder tut sich nichts am Himmel.
"Hol' mir geschwind das Festtagskomitee her!", beauftragt der König seinen Kammerdiener.
Als alle im Schlosspark eingetroffen sind, will der König von Benno wissen, warum er die beiden Streithähne nicht zur Besinnung gebracht hat.
"Der Regen meint immer noch, er sei wichtiger als die Sonne, denn ohne ihn, würden alle Pflanzen verdursten. Und die Sonne hält sich für viel wichtiger, weil ohne ihre warmen Strahlen kein einziger Samen in der Erde zu einem Pflänzchen heranwachsen würde", erklärt Benno.
"Wie kann man nur so stur sein!", wettert der König ungeduldig.
"Max, dann zauberst du mir halt einen Regenbogen! Das sollte ja nicht so schwierig sein!", befiehlt der König dem Magier.
"Werter König, ich habe leider ausgerechnet heute morgen bei der Pilzsuche im Wald meinen Zauberstab verloren, und ohne ihn, kann ich nicht mal eine Fliege in einen Elefanten verwandeln", entschuldigt sich Max beim König.
"Verflixt noch mal, was musst du auch ausgerechnet heute Pilze suchen gehen!", beschwert sich der König.
"Und was ist mit dir, Wilma, du hast doch sonst für jedes Wehwehchen das passende Kraut?", fragt der König die Waldfee.
"Ich kann Ihnen Baldriantee für die Nerven geben", antwortet die Waldfee.
"Verwunschener Furunkel! Es muss doch jemanden geben, der uns helfen kann! Wie werde ich denn dastehen bei den geladenen Königshäusern, wenn ich nicht mal für einen anständigen Regenbogen sorgen kann?! Gabi, ich fordere ein Stück von deinem Glück!", ordert der König und lässt sich betrübt in seinen Thron fallen.
"Mit dem Glück ist es wie mit der Brille: man hat sie auf der Nase und weiss es nicht", antwortet Gabi, das Glückskind.
"Was soll denn das wieder heissen? Ich trage keine Brille!", antwortet der König verwirrt.
"Ich will sagen, dass Ihr Euch nicht nicht zu schade sein solltet, Zino, den Zwerg, um Hilfe zu bitten. Er ist der einzige, der um die Geheimnisse des Wetters weiss", erklärt ihm Gabi.
"Auf keinen Fall! Habt ihr schon vergessen, wie er beim Regenbogenfest respektlos gelacht hat, als ich mich beim Aufsagen meines Festtagsgedichtes einmal verhaspelt habe?"
"Also, ehrlich gesagt, habt Ihr vorher ein zwei Gläser Apfelschnaps zu viel getrunken und ziemlich viele Wörter verdreht. Es klang schon sehr lustig, was Ihr da von Euch gegeben habt. Ich tanz' auf dem Regen der Sonne entgegen, ich wünsch mir 'nen Bart voll Farbe ganz zart", frischt Wilma das Gedächtnis des Königs auf.
"So ein Quatsch!", fährt der König ihr ins Wort.
"Nun, denn. Wie Ihr meint. Jedenfalls habt Ihr Zino wohl nun genug gestraft. Zehn Jahre Festverbot sollten reichen. Ausserdem steht bald die Neuwahl des Königs vor der Tür und da solltet Ihr Eurem Volk beweisen, dass Ihr alles unternehmt, um es glücklich und zufrieden zu sehen. Ein Fest ohne Regenbogen würde da nur als schlechtes Omen gedeutet werden", spricht Gabi dem König ins Gewissen.
"Verknorzter Pflaumenbaum, dann holt diesen Giftzwerg her und sagt ihm, dass er nicht mehr verbannt ist!", lenkt der König ein.
 Zum Glück ist Zino, der Zwerg, nicht nachtragend, und kommt dem König und vor allem dem Volk gerne zur Hilfe.
"Hallo Regen! Liebe Sonne! Verschwendet nicht unnötig zehn Jahre wie der König und ich. Lasst uns lieber Feste feiern als griesgrämig schmollend unsere Zeit vergeuden. Jeder Regentropfen, jeder Sonnenstrahl macht das Leben lebenswert! Nur gemeinsam bringen wir die Dinge zum Blühen", spricht Zino den beiden zu.
"Ich überleg's mir", meint der Regen.
"In diesem Fall, überleg ich's mir auch. Aber versprechen, tu ich nichts!", schmollt die Sonne und verzieht sich wieder hinter einer dunklen Wolke.
 Am Tag des Regenbogenfestes blickt der König bang in den Himmel. Und tatsächlich. Als er vor versammeltem Volk sein Regenbogengedicht vorträgt, streckt die Sonne ihren Kopf hinter den Wolken hervor. Und wie durch Zauberhand ergiesst sich der prächtigste Regen übers Land. 
"Unsre Sonne schenkt uns Wonne, und der Regen bringt uns Segen. Doch nur, wenn beide sich vereinen, wird der Regenbogen für uns alle scheinen!", trägt der König stolz sein Gedicht vor, und zwinkert Zino zu, während ein schillernder Regenbogen das Herz aller Anwesenden erfreut.

© Brambrilla /Isabella und Daniela Cianciarulo